Ein gelungener Tag in Sterzing

Wenn man morgens im Zimmer von den ersten Sonnenstrahlen sanft geweckt wird, und der Duft nach Kaffee und frischen Marmelade-Hörnchen den ersten Drang unterbindet sich doch noch für fünf Minuten auf die andere Seite zu wälzen, sind die Anfahrtsstrapazen vom Vortag längst wieder vergessen.
Nachdem die letzten Nebelschwaden vor Augen nach der erfrischenden Morgendusche auch der Vergangenheit angehören eilt man voller Vorfreude runter an den Frühstückstisch, wo eine freundliche Stimme danach fragt, ob man lieber Kaffee, heisse Schokolade oder Orangensaft möchte.
Während man sich genüsslich das frische Hörnchen einverleibt, kann man den Blick durch den gläsernen Wintergarten über den Platz schweifen lassen, wo langsam der Tag zum Leben erweckt und vorübergehende Leute auf dem Weg zur Arbeit etwas neidisch auf den Frühstückstisch schielen...
Hat man schliesslich irgendwann den eigenen Rhythmus gefunden und sich beim Frühstück zur Genüge gestärkt, kann man mit viel Tatendrang den Rucksack packen und sich inzwischen überlegen, zu welcher der vielen möglichen Radausflüge man sich entschliessen möchte.
Vielleicht ist es die Tour zur Prantneralm, die der sportlich wirkende Cafè Besitzer vorgeschlagen hat. Warum nicht! Behende schwingt man sich auf das zuvor noch kurz durchgecheckte Rad und rollt zum Warmwerden Richtung Bahnhof. Mit dem knackigen Anstieg der Abkürzung wurde auch nicht zuviel versprochen, da der Puls mittlerweile auf 170 angestiegen ist. Die weitere Strasse, nun in einem angenehmeren Steigungswinkel, führt uns mit der langsam höher steigenden Sonne bis zum Braunhof. Hier geht es noch ein kleines Stück auf Asphalt weiter, ehe der Untergrund zu festgefahrenem Schotter wechselt, während man die frische Morgenluft in die Lungenflügel zieht. An so einem Sommertag ist man froh über die hier erstaunlich angenehme Temperatur, während die heissen und verschwitzten Arbeitstage zuhause bereits in gedanklicher Ferne verblassen.

 
Während man so gleichmässig in die Pedale tritt, lässt man den Blick gerne in die umliegende Gegend schweifen und stellt fest, dass alles in einem satten Grün erstrahlt - einzig am Rosskopf erkennt man noch ein paar unförmige Nebelschwaden, die vom Gewitter des Vortages zeugen...
Die vorgeschlagene Prantneralm ist dann, wenn auch etwas verschwitzt, recht bald erreicht, und die grosse hölzerne Terrasse lädt uns zum Verweilen ein, und da Bewegung bekanntlich nicht wenig hungrig macht, nimmt man die Speisekarte gern in Beschlag.
Anschliessend, so der Rat der Hüttenwirtin, soll es noch ein kleines Stück bergauf gehen, wo man angesichts der noch zur Genüge vorhandenen Konditionsreserven zu der nicht allzu weit entfernten Hühnerspielhütte gelangen kann; und tatsächlich, nach den ersten kurzen Höhenmetern geht der Weg teils eben und teils sogar leicht abwärts zur besagen Hütte, die sich im Gegensatz zum daneben befindlichen aufgelassenen Militärlift noch grosser Beliebtheit erfreut, und wo man sich, ehe es wieder talwärts geht, noch bei einem vorzüglichen Apfelstrudel der Völlerei und der tollen Aussicht hingeben kann...
Den Rückweg findet man schliesslich auf demselben Weg, oder unter der Hühnerspielhütte, wo sich ein Forstweg serpentinenförmig nach unten arbeitet. Wenn man gut Acht gibt, findet man auch das ein wenig versteckte Weglein im Wald, das uns ebenfalls, wenn auch etwas abenteuerlicher, bei Gossensass wieder in die Zivilisation freigibt.
Zurück in Sterzing angekommen lädt die Altstadt mit ihrem prägnanten Zwölferturm zum Verweilen ein und man kann sich aussuchen, ob man den Tag mit einem selbstgemachten Eis oder einem Aperitiv krönt, ehe man ihn in einer der vorzüglichen und vielen Pizzerias ausklingen lässt…
Freilich findet auch das eigene Bike hier Erholung, da drei Radgeschäfte zum Wohl des treuen Vehikels zur Wahl stehen…
Wer Lust auf mehr hat, den heisst Sterzing gern willkommen, Trails und urige Hütten gibt es zur Genüge, man muss sie dem Rad nur zeigen wollen...

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