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Klausen – das Städchen der Künstler.

Das malerische Städtchen im unteren Eisacktal zieht seit jeher die Menschen in seinen Bann: Früher tummelten sich zahlreiche Künstler in Klausen, heute ist sie eine beliebte Shopping- und Sightseeingstadt. Für Biker ist sie noch ein Geheimtipp: Sarntaler Alpen und Dolomiten liegen nur einen Steinwurf von Klausen entfernt.

 
Das mittelalterliche Städtchen Klausen am Eisack ist Mittelpunkt und zugleich Herzstück des unteren Eisacktales. Hier zieht sich das Tal auf seine geringste Breite zusammen – wodurch sich auch der Name der Stadt ableiten lässt. Die Kleinstadt liegt seit Jahrhunderten an einer der wichtigsten Reiserouten zwischen Mitteleuropa und dem Mittelmeerraum. Seine Umgebung ist außerordentlich vielfältig und daher besonders reizvoll. Wenige Landschaften Südtirols zeigen auf engstem Raum so viele Gegensätze: die kleine mittelalterliche in der Talsohle überragt vom Säbener Klosterberg, ringsum Kastanienhaine, Weinberge und Wälder, in den höheren Lagen Almen, Bergbauernhöfe und kleinere Dörfer wie Latzfons, Verdings und Gufidaun. 

Für den Biker sind aber auch die Dörfer in den Hanglagen, wie Villanders mit seiner weiten Alm, Feldthurns mit dem „Keschtnweg“ und Lajen mit der Verbindung ins Grödnertal wichtig. Das nahe gelegene Villnösstal mit einer Vielzahl von Tourenmöglichkeiten bietet „Postkartenmotive“.


Dürer, Künstler und Romantiker:
 
Klausen weist eine wechselvolle Vergangenheit mit vielen interessanten Höhepunkten auf und besitzt noch immer jene urtümliche Ausstrahlungskraft, die seit Jahrhunderten vor allem Künstler bezaubert. Man schrieb das Jahr 1494 als im Herbst der 23jährige Albrecht Dürer während seiner Italienreise in Klausen haltmachte und die etwas steilen Hänge über dem linken Eisackufer hinaufstieg. Von diesem aussichtsreichen Ort aus zeichnete der Maler die Stadt. Das Ergebnis seiner Feder ging später verloren, aber eine Kupferstich-Verwertung als Hintergrund unter seiner allegorischen Gestalt „Das große Glück" ist überliefert: Klausen nennt sich also mit Recht auch „Dürer-Städtchen.“ Wer die damalige Position Dürers aufsuchen will, begibt sich heute zum Dürerstein.
Insbesondere Ende des 19. Jahrhunderts war Klausen ein beliebter Treffpunkt von Künstlern und Gelehrten und wurde im In- und Ausland gefeiert. Die liebliche Stadt, überragt von der markanten Silhouette des Kloster Säbens, bildete ein äußerst reizvolles Motiv. Dieses malerische Erscheinungsbild und die heimische Atmosphäre ließen Klausen zum einmaligen Freiluftatelier werden, das in einer fast unübersehbaren Produktion von Kunstwerken seinen Niederschlag fand. Allein in den Jahren 1874 bis 1920 hielten sich in Klausen nahezu 300 namhafte Maler und Bildhauer auf. Der Erste Weltkrieg beendete diese für die Stadt so fruchtbare Zeit ab. Die neue politische Situation, weitaus mehr aber die Neuorientierung der Kunst, ließen eine Weiterführung der alten Verhältnisse nach dem Krieg nicht mehr zu.

Eine der schönsten Altstädte Italiens

 
Das malerischen Erscheinungsbild und die heimeligen Atmosphäre haben sich jedoch nicht verändert: Seit Jahren berät der Künstler Heiner Gschwendt die Hausbesitzer und Handwerker in der Stadt bei der Verschönerung der Häuserfassaden. Das Stadtbild erfuhr dadurch eine stete Restaurierung und zeigt sich heute von seiner besten Seite. Kein Wunder, dass Klausen vom Club „I borghi piú belli d`Italia“ – die schönsten Altstädte Italiens – als solche gekrönt wurde. In den idyllischen Gassen ist der mittelalterliche Charakter bis heute erhalten geblieben: Schmal und bunt reihen sich die zinnengekrönten Fassaden der Häuschen aneinander, breite Erker, Jahreszahlen und Inschriften schmücken die Häuserfronten. Zierliche Wirtshausschilder weisen darauf hin, dass traditionsreiche Gasthäuser hier seit Jahrhunderten berühmte Gäste beherbergen. Allein 22 Gebäude der Stadt stehen unter Denkmalschutz: Dazu zählen unter anderem die Liebfrauenkirche, der Tortum, die Ringmauer, das Kloster und die Klosterkirche von Säben, weitere sieben Kirchen, verschiedene Kapellen, Ansitze und Höfe oder die Burg Garnstein. Unbedingt besucht werden sollte die Anlage des Klosters Säben auf der Anhöhe oberhalb Klausen: die erste Besiedlung fand bereits im 4. Jahrtausend vor Christus statt, um 600 n. Chr. wurde ein Gotteshaus errichtet. Bis zum Jahr 1000 war der „Heilige Berg“ von Säben ein Bischofssitz und die Heiligkreuzkirche die „Kathedrale des Bistums Sabiona“. Kloster Säben, die „Akropolis von Tirol“ zählt zu den ältesten Wallfahrtsorten Tirols, das Kloster ist heute noch von Nonnen bewohnt.

Klausen selbst hat sich zu einer gemütlichen Shoppingstadt entwickelt, mit modischen Geschäften, vielen Angeboten und mit einladenden Restaurationsbetrieben. Die Stadt lädt geradezu ein, mit Ruhe durch die Oberstadt und die Unterstadt schlendern, an einer Parkbank am Ufer des Eisack die Sonne genießen und die zahlreichen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.


Die Besonderheit:  Der Loretoschatz im Stadtmuseum

Seit dem Jahre 1992 wird der berühmte Loretoschatz im Stadtmuseum von Klausen aufbewahrt und bildet zweifellos den bedeutendsten Teil des Museums. Seinen Namen verdankt die Sammlung dem Umstand, dass sie ursprünglich in der Loretokapelle aufbewahrt wurde. Die Stiftung dieser einzigartigen Sammlung von Kunstwerken aus der Zeit um 1700 geht auf die spanische Königin Maria Anna zurück, die damit die Bitte ihres hochgeschätzten Beichtvaters Pater Gabriel Pontifeser erhörte. Der reiche Schatz an kirchlichen Paramenten, religiösen Gegenständen, Bildern und weiteren Prunkstücken größtenteils aus Werkstätten spanischer und italienischer Künstler und Kunsthandwerker des 16. und 17. Jahrhunderts.
Im Stadtmuseum aufgezeigt wird weiters die kunsthistorische Entwicklung vom 15. bis zum 19. Jahrhundert, die Geschichte der Stadt und der Themenbereich „Kunst und Künstler in und um Klausen“. Die in drei alte Speicherräume des Klosters eingerichtete Museumsgalerie beherbergt alljährlich stattfindende Sonderausstellungen.

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