Brixen, der perfekte Tag:

Vogelgezwitscher scheint in Brixen als Weckdienst das Natürlichste auf der Welt zu sein, und kaum ist man dem angenehmen Nachtlager entronnen, nimmt man auch schon das milde Klima gewahr, sobald man die Fenster öffnet.
Wie herrlich ist es nun in dem mit Weinreben überdachten Vorgarten zu zweit das Frühstück zu geniessen, während sich die Spatzen in ihrem eifrigen Gezeter immer noch selbst übertreffen, ohne dass man dahinterkommt, über welche weltbewegenden Dinge sie sich derart zanken…
Dermassen gestärkt und guter Dinge heisst es noch einen kurzen Abstecher in die Stadt zu machen, um der "Holden" die Möglichkeit zu lassen, die am Vorabend entdeckte Multifunktionswäsche im Laden zu ergattern, ehe es jemand anderes noch wegschnappt. Mit neuem Trikot und viel Elan ausgestattet schultert man schliesslich den Radrucksack und wirft sich auf das Rad. Ob der neuen Funktionwäsche voll motiviert radeln wir nach Milland und dort die Strasse nach St. Andrä hoch um schliesslich das Ausflugsziel Plose zu erreichen.

   
Nach einigen Pausen um die Dank der guten Portion Sonnenwärme verlorene Flüssigkeit wieder nachzutanken erreicht man dann frohen Mutes die Rossalm, wo man auch gern bereit ist den mitgegebrachten Proviant auszupacken und ein wenig Obst zu sich zu nehmen. Die Kühe scheinen hier keine allzu grosse Scheu vor Wanderern und Bikern zu haben und wagen sogar eine Rucksackvisitation. Verwundert ist man dann allerdings wenn das hornlose Rindvieh damit beginnt das angelehnte Rad genüsslich abzuschlecken, als ob es das Natürlichste auf der Welt wäre. Wir können uns das nur so erklären, dass sie in ihrer Gier nach Salz unsere Schweisstropfen auf den Rädern geschmeckt haben dürften…
Nachdem die bikes nun mattglänzend in der Sonne auf uns warten, machen wir uns wieder langsam auf den Weg und halten uns rechts, bis wir nach einem weiteren Anstieg an eine kleine 2344 hoch gelegene Hütte gelangen. Hier waren einige dreiste Kühe besonders aufdringlich und man (oder eher Frau) war dann froh die Hütte hinter sich gelassen zu haben und dem Hinweis eines Brixners folgend das Rad den grasigen Hügel runterzuschieben, da hier seltsamerweise kein Weg zu finden ist.
   

Nach etwa 10 Minuten hat man dann auch eine kleine Holzschupfe erreicht, wo die Almwiese ein Erbarmen mit unseren Rädern hat und sich wieder befahren lässt. Gibt man gut acht, findet man auch das Waldweglein, das leicht links einer Almhütte in den Wald führt und an dessen Ende man mit einem Grinsen wieder auf die Forststrasse zurückfindet. Hier heisst es nun genau dem GPS track folgen, da man sich ansonsten gern verfährt, und so gelangen wir irgendwann an ein paar Häuser und schliesslich wieder an ein abgeschieden wirkendes Bächlein, an dessen Rand wir stetig dem Weg folgen. Vorbei an ein paar gackernden Hühnern und einem wohl privat angelegtem kleinen Tümpel mit Enten folgen wir dem Weg immer weiter nach unten, bis wir irgendwann schliesslich knapp oberhalb von Brixen aus dem Wald kommen und die Wiesen queren. Ein letztes Mal trägt uns der noch weiche Weg in den Wald, wo er unsere Federelemente prüfend durchrüttelt ehe er uns in Milland wieder am Stadtrand entlässt…
Zufrieden, wenn auch mit etwas müden Beinen rollen wir am frühen Nachmittag ins Stadtinnere und als wir die abgeschlossenen Vorbereitungen für das abendliche Fest bemerken, lassen wir uns an einem Cafe des Domplatzes nieder und führen uns das Konzert irgendeiner volkstümlichen Musikkapelle zu Gemüte, das zwar nicht unserem Geschmack entspricht, doch ist der Trommler mit einem derartigen Feuereifer bei seiner Sache, dass es jeden Umstehenden mitreisst und selbst einen gestandenen Rocker vor Neid erblassen lassen würde.

Zwei dampfende Aufgüsse und eine Massage später (in der Aquarena), begleitet uns schliesslich eine etwas modernere Band beim Abendessen und lässt uns gegen Mitternacht zufrieden einschlummern...


 

Sa So Mo
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